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Der Mann, der einen Kindle erschoss

Shaun Bythell erwarb seine Buchhandlung am 1. November 2001. Sie heißt "The Book Shop" und liegt in Wigtown, Schottland, einem 1.000-Seelen-Provinznest in den Salzmarschen von Galloway. Über sein Leben als Gebrauchtbuchhändler hat er ein Buch geschrieben: "Tagebuch eines Buchhändlers", das nun in deutscher Übersetzung bei btb erschienen ist - kurz nachdem der Folgeband "Confessions of a bookseller" in Großbritannien herauskam.

"Ich kann mich noch erinnern, ziemlich umgänglich und freundlich gewesen zu sein..." schreibt er über sein Leben vor dem Kauf der Buchhandlung. "Doch das unablässige Trommelfeuer öder Fragen [...] sowie das endlose Aufkreuzen ermüdender, feilschender Kunden haben mich zu dem werden lassen, was ich inzwischen bin."
Der Leser wird genau ein Jahr lang mitgenommen durch den Alltag des Buchhändlers, der seinen 100.000-Titel-Bestand ("Largest in Scotland") auf etwa anderthalb km Regalbrettern hortet und etwa …
Letzte Posts

11. September - Nine-Eleven - 9/11

Tausende Menschen, ermordet von gnadenlosen, von skrupellosen Drahtziehern aus dem Ausland unterstützten Terroristen.
Unsagbares Leid für Opfer und fassungslose Hinterbliebene. Verstörte Menschen auf der Suche nach verschwundenen Angehörigen, Freunden und Bekannten.
Die Welt vom Schlag gerührt.

Todbringende Flugzeuge - Bomben mitten in der Metropole.

Die ganze Welt empört sich und zeigt Solidarität mit den gequälten Opfern.

Gedenken wir dieses verabscheungswürdigen Verbrechen und sorgen wir dafür, daß so etwas nie mehr geschieht!

Gedenken wir des 11. Septembers!

Gedenken wir des 11. Septembers 1973, des Tages, als die Faschisten in Chile mit Hilfe und Unterstützung der CIA den demokratisch gewählten Präsidenten Salvador Allende mit Bomben aus dem Amt putschten.

Nie wieder Faschismus - nicht hier noch sonstwo. Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch.

5 Kunden, die dem Antiquar den Tag retten: Eine Art Gegendarstellung

Im letzten Beitrag ging es um Kundenanfragen, die im Antiquariat als Schlechte-Laune-Garanten gelten dürfen. Das hat bei einigen Kollegen für Wiedererkennung und Erheiterung gesorgt, uns aber auch Schelte eingetragen. Zurecht!
Schließlich ist es nicht unbedingt guter Stil, sich über diejenigen zu mokieren, deren Hände einen füttern.

Nun haben wir hier bei der Krull GmbH nie behauptet, so richtig guten Stil zu haben, aber als kritikfähig wollen wir doch gelten. Um also das antiquariatskosmische Gleichgewicht wieder herzustellen, möchte ich heute etwas Nettes über unsere vielen netten Kunden schreiben – denn die gibt es natürlich auch! (Sonst würde das ja kein Mensch aushalten.)

Hoffnungslos Bibliophile
Der Trend geht ja zum günstigen Gebrauchtbuch: In Zeiten nicht enden wollender gratis Datenfluten, von offenen Bücherschränken und stadtviertelweise sich stapelnden „Zu verschenken“-Bücherkisten ist es gar nicht so einfach, irgendjemanden davon zu überzeugen, überhaupt mehr als Münzgeld …

Die 5 nervigsten Kundenfragen

Der größte Feind des Antiquars ist weder die Bücherlaus noch das Papierfischchen, ja nicht einmal der Steuerprüfer oder die Deutsche Post. Der Terror kommt auf vielfältigen Wegen: Manchmal kündet ein harmlos anmutendes Telefonläuten den nächsten Streich an, meist aber kommt er elektronischen Weges, per E-Mail. Der Urheber aber ist immer vom gleichen Schlag. Der unangefochtene König des Unbills, das ist mit Abstand der Kunde.

Jeder Antiquar und jede Antiquarin kennt sie, diese Telefonate und Mail-Korrespondenzen, die einen die Augen bis zum Schielen verdrehen, die Kiefer fest aufeinander pressen und die Fingernägel in der eichenen Schreibtischplatte versinken lassen. Nachfolgend kommt unser Best of der immer wiederkehrenden Raserei-Garanten.


1. Die nachträgliche Adressänderung

Diese Anfrage gibt es in mehreren Varianten: Vom eher seltenen „Ich bin gerade umgezogen“-Fall (das passiert ja schonmal spontan) über „Ich hätte das Buch nun doch lieber an meine Privatadresse“ und „Der Chef mus…

Fachpresse, die Zweite

Bevor die Meldung völlig überholt ist, möchten wir nun an dieser Stelle noch einmal auf ein anderes Medium querverweisen: Wir freuen uns sehr über die Veröffentlichung in der aktuellen (Print-) Ausgabe von "Aus dem Antiquariat"!

Der Beitrag ist eine Kurzusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse meiner Masterarbeit "Strategic Business Model Management in the Antiquarian Book Market", mit der ich (Johanna Fröwis) vor etwas über einem Jahr mein MBA-Studium abgeschlossen habe.

Die Zeitschrift ist in verschiedenen Abonnements oder als Einzelheft hier erwerblich.


Tapete

Mein Einstieg in des professionelle Resale-Business begann mit Tapete.

Genauer gesagt: Mit einer gebrauchten Tapeten-Druckmaschine.
Ein aus insgesamt 16 Druckwerken bestehendes Monstrum, das mit allen zur Verfügung stehenden Druckverfahren (Tiefdruck, Offset, Hochdruck) Papier bedruckte, welches der Käufer an die Wände seiner Wohnung kleben konnte. Diese Maschine stand in Bonn-Beuel in einer alten, ausgedehnten Fabrikanlage (genannt die Rheintapete), die ein cleverer Bauunternehmer im Zuge einer Insolvenzauktion ersteigert hatte.
Ich stand damals (Mitte der 80er) nach einer unorthodoxen Ausbildungskarriere kurz vor der Meisterprüfung als Drucker und war von einem der vielen Handelsuntehmen für gebrauchte graphische Maschinen shanghait worden, die sich in Wakefield (vordem fiel mir zu diesem Namen nur der Vikar von Oliver Goldsmith ein) angesiedelt hatten und sich untereinander bis aufs Messer bekriegten.
Jetzt also galt es: Blaumann aus, Businessanzug an, Krawatte um.

Die erste Aufgab…

Der Vater: Wie man lernt, das Haus voller Bücher zu leeren

Never ending story oder: Same procedure as last time. Aus dem antiquarischen Arbeitsalltag.

Kommt ja häufiger vor: Das Telefon klingelt, am anderen Ende der Leitung ein Bücherproblem. Das Bücherproblem hat die Bücher geerbt und ein Problem damit oder das Bücherproblem will umziehen und die Bücher sind das Problem dabei oder...
Das Problem sind immer die Bücher.
Weil es so viele sind. Weil man sie nicht mehr braucht. Weil man Angst davor hat, sie könnten im Müll landen. Weil man sie zwar schon der Alma Mater, dem Museum und auch dem Stadtarchiv angeboten hat, aber alle haben mehr oder weniger freundlich abgelehnt (wenn sie sich überhaupt gemeldet haben). Wenn also alles nicht mehr hilft - dann ruft man den Bücherjuden an. Der will zwar mit den Büchern Geld verdienen, aber sei's drum. Kommt ja kein anderer. So entsteht ein Besichtigungstermin und der Antiquar (oder die Antiquarin, Anm. des Lektorats) steht vor der Bücherwand.
Wenn es gut läuft, ist es schlimmes Zeug. Dann schaut man…